Frühlingsküche: Hollerkücherl

Gerade blüht er ja überall, der Holunder! Bei uns in vielen Gärten und natürlich auch an fast jedem Straßenrand zu finden.
Diese hübschen weißen Blüten sehen nicht nur wunderschön aus mit diesen vielen vielen Mini-Blüten, sondern es steckt auch in der Blüte schon jede Menge Geschmack drin. Viele machen damit Holundersirup, Marmelade oder verwenden sie auch zum backen.

Heute zeige ich euch nochmal eine andere Möglichkeit die aromatischen Blüten lecker zu verarbeiten. Hier in Bayern wird der Holunder kurz Holler genannt, daher der Name Hollerkücherl. 🙂
Bei der Herstellung habe ich einfach mal ganz wild mitfotografiert, eine bebilderte Anleitung ist doch irgendwie angenehmer oder?

 

Hier die Zutaten:

  • Etwa 10 Holunderblütendolden
  • 200g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 250 ml Milch
  • 2 getrennte Eier
  • 2 TL neutrales Öl
  • Fett oder Butter zum Frittieren

 

HollerkücherlZu allererst suchst du dir einen Holunderstrauch aus mit vielen Blütendolden die nach Möglichkeit noch nicht zu verblüt sind. Unbedingt auch mal reinriechen, riecht schon traumhaft.
HollerkücherlDavon schneidest du dir etwa 10 Dolden ab.

 

Hollerkücherl

Jetzt befreist du die filigranen Blütendolden von verblüten Blüten, von kleinen Tierchen oder anderen Verschmutzungen. Vermeide wenn möglich die Blüten zu waschen, so geht der leckere Blütenstaub und somit auch einiges an Geschmack verloren.

Hollerkücherl

 

Stelle den Teig wie folgt her: Schlage zuerst das Eiweiß zu festem Eischnee.
Die restlichen Zutaten verrührst du möglichst klümpchenfrei zu einem Teig, ähnlich einem Pfannenkuchenteig. Zum Schluß wird das Eiweiß nur locker untergehoben.

HollerkücherlErhitze jetzt das Fett in einer Pfanne, dafür hast du zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt 4 cm hoch Fett zum Frittieren oder wie ich nur etwa 2 cm, dann musst du jedoch mit einem Löffel ständig das heiße Fett über die Kücherl schöpfen. Ich kann nicht mal genau sagen, warum ich lieber weniger Fett habe, eine innere Sperre gegen das Fett vielleicht… 😉

HollerkücherlDamit wir hier nicht einen Teil überspringen hier nochmal ein Bild vom “durch den Teig ziehen” der Blütendolden. Einfach richtig schön dick eintauchen und direkt in die Pfanne setzen. Bei mir passten immer etwa 3-4 Stück rein, kommt natürlich auf die Blütengröße an.

Hollerkücherl

 

So alle Blüten schön goldgelb ausbacken. Wer richtig Frittiert hat, hat noch ein gleichmäßigeres Ergebnis als ich.

Hollerkücherl

 

 

Danach darf angerichtet werden, bei mir gab es nur Puderzucker drauf. Du kannst aber ganz nach Lust und Laune auch mal Apfelkompott als Beilage dazu geben oder die fertig gebackenen Blüten mit Himbeersirup beträufeln. Ihr werdet sehen, es schmeckt göttlich.
(Die Stile oben lasse ich natürlich liegen, die sind ein bisschen zäh und werden nicht mitgegessen.)

 

Ich habe übrigens gleich die doppelte Teigmenge angerührt, aus dem Rest habe ich noch eine Ladung Pancakes gemacht. Da der Teig schon recht dickflüssig ist funktioniert das echt prima.

Was sind eure liebsten Holunder-Rezepte? Ich bin gespannt. 🙂

Viele liebe Grüße
Sandra

3 thoughts on “Frühlingsküche: Hollerkücherl

  1. Wow, das ist ja mal eine Idee! Wenn wir noch Blüten finden, probier ich das mal aus. Bei uns befindet sich immerhin gerade der fläderblomssaft in der Entstehung – im Schwedischen heißt der Holunder nämlich “fläder”, während Flieder “syren” gnannt wird. Das hat bei mir anfangs relativ viel Verwirrung gestiftet.

    • Fläderblomssaft?? Schöner Name, ist das dann sowas wie Holunderblütensirup?
      Das mit den Namen ist ja echt verwirrend, da soll noch einer durchblicken. 😉

  2. Nein, “fläderbomssaft” ist – warum sollte die Verwirrung hier aufhören – kein richtiger “Saft” (wie Fruchtsaft), sondern ein Zwischending zwischen Sirup und Extrakt. Nicht so dick wie Sirup, sondern dünnflüssig, aber dabei auch ordentlich süß. Man mischt das Zeug mit kaltem Wasser und bekommt dann eine Art Holunderlimonade. Schmeckt super, vor allem, wenn der “Saft” selbst gemacht ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.